Weiterbildung zur_m Empowerment-Trainer_in für Menschen mit (antimuslimischen) Rassismuserfahrungen durchgeführt von adis e.V.

Mit Hilfe von theoretischen und berufspraktischen Wissensbeständen und einem intensiven Austausch von eigenen Diskriminierungserfahrungen, galt es in der Weiterbildung die Handlungskompetenz der TeilnehmerInnen  im Bezug auf Rassismuserfahrungen zu erweitern, um damit das Selbstbild und die Selbstwahrnehmung des Einzelnen zu stärken.

Mit insgesamt 16 Coexist-TeilnehmerInnen startete am Freitag die Weiterbildung zur_m Empowerment-Trainer_in. Zuvor wurde auf die Möglichkeit der Weiterbildung auf sämtlichen sozialen Netzwerken aufmerksam gemacht, unter anderem auf Instagram, Facebook, WhatsApp, etc. Die TeilnehmerInnen erwartete eine Vielzahl an Empowermentansätzen, angefangen von politischen Theorien bis hin zu Praxen aus der Jugendsozialarbeit.

Auf Grundlage dieser theoretischen Konzeptionen widmeten sich die TeilnehmerInnen anschließend den eigenen Rassismuserfahrungen. In einem geschützten Raum kam es zu einem regen Austausch der Diskriminierungserfahrungen. Dabei war es sofort zu spüren, wie empathisch und verständnisvoll jede einzelne Teilnehmerin und jeder einzelner Teilnehmer reagierte. Aufgrund dessen verspürten die Partizipanten erstmals das Gefühl eines empowernden Raums. Einem Raum, in dem es völlig irrelevant war, welche Art von Rassismus vorlag oder mit welcher Intensität das rassistische Handeln ausgeübt wurde, einem Raum in dem das Zuhören und das Verständniszeigen Oberhand gewann und so Opfern von Rassismus verhalf ihr eigenes Selbstbild positiv wiederherzustellen.

Neben der Wiederherstellung eines positiven Selbstbildes, verhilft die Weiterbildung die Förderung von Demokratie. Den Opfern von Rassismus aufzuzeigen, welche Gesetze die freiheitlich demokratische Grundordnung Deutschlands im Hinblick auf rassistisches Vorgehen besitzt, verleiht ihnen ein sicheres Gefühl und holt Betroffene aus der Ohnmacht, in der sie sich häufig befinden. Zusätzlich bietet die Weiterbildung Betroffenen viele Anlaufstellen, an die sie sich wenden können und bei denen sie sich sicher sein können, dass ihre Rassismuserfahrung/en ernst genommen werden.

Die TeilnehmerInnen erfuhren dann von den Folgen des antimuslimischen Rassimus und gleichzeitig vielfältige Handlungsweisen diesen entgegenzuwirken. Im Rahmen einer intensiven Arbeit erweiterten die TeilnehmerInnen ihre Kompetenzen im Bereich der Reflexion der eigenen Selbstermächtigung und der Reflexion von Methoden auf der Metaebene.

Ebenfalls auf der Agenda stand das Konzipieren und das Durchführen von empowernden Mikroprojekten, Workshops und Aktionen mit Jugendlichen. Denn als Empowerment-Trainer_in wollen die Coexist-Mitglieder unter anderem künftig in Institutionen wie Schulen, Kindergärten, etc. Workshops anbieten, um den Kindern bzw. Jugendlichen Umgangsweisen mit Rassismuserfahrungen darzulegen und sie in ihrem Selbstbild zu stärken.